| LHC (Teilchenbeschleuniger) |
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Es ist das größte und aufwendigste Experiment aller Zeiten. Der gigantische, drei Milliarden Euro teure Teilchenbeschleuniger in einem 27 Kilometer langen Ringtunnel tief unter der Erde zwischen dem Flughafen von Genf und dem Französischen Jura ist kurz vor der Inbetriebnahme. Nach Schwierigkeiten an der Kühlung wurde die Inbetriebnahme von Herbst 08 auf das Jahr 2009 verlegt. Hier die Vorgehensweise: Am Anfang sind die elektrisch geladenen Teilchen noch auf Schumi-Niveau langsam und müssen daher im Beschleunigerring mit magnetischen und elektrischen Feldern auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Erst dann ist der Ring frei für die Kollision. In diesem "Teilchenunfall" entstehen Myriaden neuer Teilchen, die die Physiker mit ausgefeilter Messtechnik nachweisen können. Aus der Analyse der Kollisionen gewinnen die Physiker Einsichten in die Mikrophysik: Sie verstehen die Welt im Kleinen. Sie entdecken neue Teilchen und vielleicht neue Kräfte. Sie hoffen eine "neue Physik" zu finden. Der LHC ist für die Physiker eine Entdeckungsmaschine. Wenn dann die ersten Testläufe abgeschlossen sind und der LHC Protonen mit 99,9999991 Prozent der Lichtgeschwindigkeit und je 7 Tera-Elektronenvolt kinetischer Energie kreisen lässt und diese dann auch miteinander kollidieren, stellt sich die Frage: Was passiert nun? In den Zusammenstößen wird damit soviel Energie freigesetzt, wie noch nie bei einem von Menschen gebauten Teilchenbeschleuniger zuvor. Das ist notwendig, um in fundamentalen Fragestellungen der Physik weiter zu kommen, denn je mehr Energie in der Kollision zur Verfügung steht, desto schwerere Teilchen können aus dem Explosions-"Feuerball" entstehen. Prof. Dr. Otto E. Rössler hat vorallem hier in Deutschland Panik gemacht und kritisiert 2 Punkte:
Diese Bedenken sind nicht neu. Bereits 1999 beim Start des "Relativistic Heacy Ion Collider" gab es die gleichen Kritikpunkte, und doch leben wir noch alle. Die wesentlichen Gegenargumente sind: Sollten tatsächlich Mini Schwarze Löcher am LHC erzeugt werden, würden diese bereits unmittelbar nach ihrer Erzeugung wieder zerfallen. Denn je kleiner ein schwarzes Loch ist, desto schneller zerstrahlt es durch die so genannte Hawking-Strahlung. In der sehr kurzen Zeit, die es existiert, hat es keine Zeit die Wand des Detektors zu treffen und kann daher auch keine Materie aufsaugen. Sollten Kollisionen, wie sie am LHC durchgeführt werden Schwarze Löcher erzeugen, so wären durch diesen Prozess schon längst massenweise schwarze Löcher erzeugt worden durch die kosmische Höhenstrahlung, die mit weitaus größeren Energien als den maximal 10^15 eV am LHC schon seit langer Zeit die Erde bombardieren. Das selbe gilt für die Strangelets. Wenn es diese Teile gibt, wären sie längst erzeugt worden. Nüchtern betrachtet, lassen sich viele interessante Fragen stellen, die mit den Experimenten am LHC beantwortet oder auch wiederlegt werden sollen: - Was ist Masse? - Woraus besteht 96 % des Universums (Was ist das Unsichtbare)? - Gibt es Antimaterie? - Wie sahen die ersten Sekunden des Universums aus, wie entstand es? - Wie viele Dimensionen gibt es, gibt es mehr als 3? Ich persönlich finde diese Fragen interessant, denn wenn etwas davon bewiesen wird, stimmte jahrhundertelang die Physik unseres Planeten nicht. Damit könnte Einsteins Relativitätstheorie revolutioniert werden und wir könnten nachvollziehen, wie das Universum entstand. Bereits in Dan Browns „Illuminati“ sind viele Leser auf Antimaterie aufmerksam geworden. Hier wird die Antimaterie als Waffe eingesetzt, mit der terroristisch gedroht wird. Seitdem besteht in der Öffentlichkeit ein reges Interesse an diesen faszinierenden, noch nicht nachgewiesenen Möglichkeiten. Meines Erachtens nach ist die Angst vor schwarzen Löchern unberechtigt. Was mir etwas mehr Sorgen macht, ist das Computersystem dahinter. Um die Rechenmaschinen auszuwerten, wurde ein Netzwerk geschaffen, das Rechner weltweit zu einem Supercomputer verschmilzt.Knackt jemand dieses System, könnten Hacker die Rechnerfarmen nutzen, um Computer weltweit anzugreifen. Damit ließen sich auch zentrale Internet-Knoten ausschalten, bestimmte Regionen der Welt wären dann vom Netz. Auch wenn das Szenario unwahrscheinlich ist, gilt es als Alptraumszenario bei CERN. Ich denke aber auch, dass es effektive Abwehrsysteme gibt, die jahrelang perfektioniert wurden. Meine Kritik ist folgende: Wissenschaftler müssen mehr tun, um ihre Arbeit zu erklären, und sie müssen es rechtzeitig tun. Nicht erst, wenn sich abstruse Gerüchte massenhaft im Internet ausbreiten. Auch die fähigsten Physiker müssen vermitteln, was so faszinierend daran ist, unbekannte Welten zu erforschen. Sie müssen in Vorträgen von ihrer Hoffnung erzählen. Spitzenforschung ist so kompliziert und alltagsfern geworden, dass es für die meisten Menschen unmöglich ist, tatsächliche von nichtexistenten Risiken zu unterscheiden. Hier zeigt sich die Parallele zur Gen- oder der Nanotechnik. Wir haben nun Mitte Januar und der LHC soll nächsten oder übernächsten Monat wieder gestartet werden. Natürlich tummeln sich dann auch wieder viele Gerüchte und ich habe diesen Essay geschrieben, um ahnungslosen Leuten den LHC ein wenig näher zu bringen. Glaubt nicht immer der erstbesten Meinung aus dem Internet oder macht mit beim Kommerzhass, sondern informiert euch mit mehreren Quellen und wägt das „Pro und Contra“ ab ;) Vielen Dank fürs lesen und danke auch an Frantic für die grosse Hilfe
Im Anhang findet ihr noch ein paar Internetseiten
Vernünftige Auseinandersetzung mit Cern Rösslers Essay: Warum ich vor dem LHC warne
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